Ach, die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Wenn nicht gerade eine Pandemie das öffentliche Leben zum Erliegen bringt, ist auf dem 17. Juni immer etwas los! Und wer wurde 1938 (als nämlich die Nazis sich anschickten, die Stadt zu einem spinnerten Größenwahnsprojekt namens Germania umbauen zu wollen) auf den Großen Stern verfrachtet und hat seitdem einen Logenplatz über das Ganze (immerhin das)? Richtig: die Goldelse (offiziell angeblich Victoria genannt, aber das soll uns hier nicht interessieren.). Kümmert sie aber nicht. Else hat schon so viel gesehen, nichts, was zu ihren Füßen passiert, wird sie davon abhalten, uns weiter still ihren Sesamkringel hinzuhalten und sich ansonsten ihren Teil zu denken.

Verschoben: Das Licht in allen Dingen

Meine ursprünglich für Ende 2020 geplante Ausstellung wird nach Ende des Lockdowns nachgeholt! Daher hier weiterhin der Link zum nun leider nicht mehr ganz tagesaktuellen Flyer. ​Weitere Bilder der vergangenen Monate gibt es hier...

Goldstück
Acryl und Öl auf Leinwand
50x50 cm

Wahrscheinlich gibt es nur wenige der laut Wikipedia derzeit 9.473 Straßen in Berlin, die auf ein bunteres Sammelsurium historischer Ereignisse zurückblicken können, als die Straße des 17. Juni (ironischerweise benannt nach einem Ereignis, das ausgerechnet einmal nicht hier seinen Schauplatz hatte. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.). Im späten 17. Jahrhundert als schnöde Verbindungsachse zwischen dem damals noch sehr überschaubaren Berlin (das Brandenburger Tor, hier im Rücken der Betrachterin, sollte erst fast ein Jahrhundert später gebaut werden) und Schloss Lietzenburg (heute Schloss Charlottenburg), fungierte der 1953 nach dem DDR-Volksaufstand benannte Abschnitt der vielbefahrenen Ost-West-Achse einst als Schauplatz für Militärparaden der Nationalsozialisten, 1987 forderte hier US-Präsident Reagan den "Herrn Gorbatschow" auf, die Berliner Mauer niederzureißen (tat er zwar nicht, fand's aber grundsätzlich okay, als das zwei Jahre später andere übernahmen. ). In den Neunziger Jahren zog das berühmt-berüchtigte Technospektakel der Love Parade die Allee entlang und schließlich, nach der Jahrtausendwende, wurde während der Fußballweltmeisterschaft der Männer im Jahr 2006 hier die sogenannte Fanmeile aufgezogen. Berlin-Marathon? Startet hier. Protest gegen die Trägheit der deutschen Politik in Sachen Klimawandel? Fridays for Future ist vor Ort. Silvesterparty? Klar: hier.

Goldstück